Ein frischer Kratzer im Laminat nach dem Umzug oder dem Möbelrücken? Ich habe das selbst erlebt — und erstmal geschluckt. Kleine Macken nerven, weil sie sofort das ganze Zimmer billig aussehen lassen.
Les jetzt weiter, wenn Du nicht gleich das Laminat austauschen oder teure Reparatur-Sets kaufen willst. Ich zeige, wann Zahnpasta eine Lösung ist, wie Du sie sicher anwendest und welche Alternativen in deutschen Baumärkten günstiger und dauerhafter sind.
Warum Hausmittel oft mehr kaputtmachen als sie reparieren
Viele greifen reflexartig zu Hausmitteln: Zahnpasta, Backpulver, Essig. Ich habe das getestet — und war überrascht, wie schnell falsche Produkte den Glanz zerstören.
- Zahnpasten mit Schleifpartikeln (für Whitening) können die Schutzschicht vom Laminat abreiben.
- Scheuermittel oder grobe Tücher hinterlassen neue, feinere Kratzer.
- Zu viel Feuchtigkeit hebt die Kanten des Laminats an — besonders bei kaltem Winterwetter in Deutschland.
Merke: Teste immer zuerst eine kleine, unsichtbare Stelle.

Wann Zahnpasta wirklich hilft — und wann nicht
In meiner Praxis als jemand, der Möbel repariert, hat sich gezeigt: Zahnpasta kann kleine, oberflächliche Kratzer optisch mildern — aber nicht bei durchgehenden oder tiefen Kratzern.
- Funktioniert bei: feinen Kratzern in der Versiegelung, wo nur ein leichter Farbverlust sichtbar ist.
- Funktioniert nicht bei: eingerissener Dekorschicht, aufgeplatzten Kanten, oder wenn das Laminat durchstoßen ist.
- Produktwahl: Greife zu einer normalen, weißen Zahnpasta ohne Schleifkörper; Gel-Formeln sind oft wirkungslos.
Wichtig: Nicht jede Zahnpasta ist gleich — in DM oder Rossmann findest Du günstige weiße Pasten für ~1–3 €; vermeide „Whitening“-Sorten.
Schritt-für-Schritt: So probierst Du Zahnpasta sicher aus
- Reinigen: Wische den Bereich mit einem leicht feuchten, fusselfreien Tuch sauber und lass ihn trocknen.
- Testen: Probiere einen Tropfen Zahnpasta an der Unterseite eines Schranks oder einer nicht sichtbaren Ecke.
- Anwenden: Eine erbsengroße Menge weiße Zahnpasta auf ein weiches Mikrofasertuch geben.
- Polieren: In kreisenden Bewegungen 20–30 Sekunden sanft polieren — nicht schrubben.
- Abnehmen: Mit einem leicht feuchten Tuch Rückstände entfernen, dann trocken nachwischen.
- Finish: Bei Erfolg einen Tropfen Möbelöl oder spezielles Laminat-Polish auftragen, um den Glanz zurückzubringen.
Wenn nach dem ersten Versuch noch ein heller Streifen bleibt: Wiederhole den Prozess maximal zweimal. Mehr bringt oft nur Materialverlust.
Alternative Reparaturen — wenn Zahnpasta nicht reicht
Wenn der Kratzer tiefer ist, lohnt sich ein kurzer Abstecher zu Hornbach, Obi oder Bauhaus — die Reparaturkits sind bezahlbar und effektiv.

- Laminat-Reparaturstifte (Farbmarker) — für feine Farbauffüllung; kosten ~4–8 €.
- Wachsstifte / Reparaturwachs — füllen Vertiefungen und lassen sich glattstreichen.
- Füllmasse und Versiegelung aus dem Baumarkt — für größere Macken, dauert aber länger.
- Spezialprodukte von IKEA oder Amazon.de — günstig und farblich abgestimmt auf Standarddekore.
Mein persönlicher Quick-Fix
Ich habe an einem alten IKEA-Laminat getestet: Eine weiße Kinderzahnpasta hat den feinen Kratzer deutlich gemildert, aber nicht vollständig verschwinden lassen. Mit einem Tropfen Möbelöl aus dem Baumarkt (3–6 €) sah die Stelle danach deutlich harmonischer aus — aus einem normalen Blickwinkel unsichtbar.
Übrigens: Nussöl oder Walnuss einreiben wirkt bei dunklen Dekoren manchmal besser — das ist kein Hexenwerk, sondern ein optischer Trick, der die Oberfläche „aufwärmt“.
Fazit — schnell testen, nicht übertreiben
Zahnpasta ist kein Wundermittel, aber ein nützlicher Quick-Fix für winzige, oberflächliche Kratzer — wenn Du die richtige Paste nimmst und vorsichtig vorgehst. Für tiefere Schäden lohnen sich Reparaturstifte oder ein Besuch bei Hornbach/Obi.
Hast Du schon mal Zahnpasta oder ein anderes Hausmittel auf Laminat ausprobiert? Was hat bei Dir am besten funktioniert — oder welcher Kniff hat eher Schaden angerichtet? Schreib’s in die Kommentare.









