Du hast gerade einen kleinen Kratzer im Parkett entdeckt und überlegst, ob die Tube aus dem Bad die Rettung ist? Ich habe das auch gedacht — und es auf mehreren Böden getestet. Warum du das jetzt lesen musst: Viele probieren es spontan, ohne zu wissen, wann Zahnpasta hilft und wann sie den Lack ruiniert.
Warum Leute Zahnpasta benutzen — und warum das schnell schiefgeht
Ich habe bemerkt: Zahnpasta ist überall verfügbar (DM, Rossmann) und wirkt wie ein magischer Shortcut. Das stimmt teilweise — aber das Ergebnis hängt stark vom Bodenaufbau ab.
- Zahnpasta ist leicht abrasiv. Sie kann oberflächliche, matte Kratzer polieren.
- Tiefere Kratzer durch Möbelkanten sind ein Fall für andere Methoden.
- Bei versiegeltem, glänzendem Parkett kann falsche Reibung den Lack stumpf machen.
Worauf es wirklich ankommt
Parkett ist nicht gleich Parkett: Eiche geölt, lackiert oder mehrschichtig aufgebaut — jedes reagiert anders. Ich habe auf einem geölten Eichenboden in Berlin getestet und später auf einem lackierten Musterboden bei Hornbach.
- Geöltes Parkett: Kleine Kratzer lassen sich oft mit Politur oder Öl kaschieren.
- Lackiertes Parkett: Oberflächliche Kratzer manchmal mit leichter Politur, aber Gefahr der Mattierung.
- Mehrschichtiges Fertigparkett: Bei tiefen Kratzern hilft nur Schleifen oder professionelle Reparatur.
Praktischer Life-Hack: Zahnpasta richtig verwenden (Schritt-für-Schritt)
Ich empfehle dieses Vorgehen nur bei sehr feinen Kratzern. Teste zuerst an einer unauffälligen Stelle — das ist mein eiserner Trick.
- Materialien: weiße, nicht-Gel Zahnpasta (kein Whitening), weiches Microfasertuch, Wattestäbchen, etwas Olivenöl oder Möbelpolitur.
- Dauer: 5–15 Minuten plus kurze Wartezeit.
So gehst Du vor
Schritt 1: Tupfe an einer versteckten Stelle (z. B. unter Schrankkante) ein kleines bisschen Zahnpasta auf und reibe mit dem Tuch. Wenn der Lack matt wird, sofort abbrechen.

Schritt 2: Bei positivem Test: Eine erbsengroße Menge Zahnpasta auf das Wattestäbchen geben und sanft entlang des Kratzers reiben — nicht wild kreisend.
Schritt 3: Mit einem feuchten Tuch Rückstände entfernen, dann leicht trocknen lassen.
Schritt 4: Eine dünne Schicht Olivenöl oder Möbelpolitur auftragen und mit dem Tuch einpolieren — so verschließt Du die Stelle und bringst Glanz zurück.
Was Handwerker wirklich überrascht
Viele Profis sind skeptisch — und mit gutem Grund. Ich habe beobachtet, dass Zahnpasta manchmal kurzfristig wirkt, aber:
- Sie kaschiert, ersetzt aber nicht: Tiefere Kratzer verschwinden nicht dauerhaft.
- Falsche Paste (z. B. mit Schleifpartikeln oder Gel) kann den Lack anrauen.
- Bei großflächigen Schäden sind Baumarkt-Lösungen (z. B. Retuschierstifte von Obi/Hornbach) oft besser und günstiger als handwerklicher Aufwand.
Alternative Lösungen aus dem Alltag in Deutschland
Wenn Zahnpasta nicht hilft oder Du kein Risiko eingehen willst, sind diese Optionen erprobte Helfer:

- Holz- oder Wachsstifte (IKEA, Obi) — ideal für farbige Retusche.
- Feines 0000-Stahlwolle + Möbelöl (nur bei geölten Böden, nicht lackiert).
- Parkett-Kit mit Holzspachtel für tiefe Kerben (ab ~5–15 € bei Hornbach/Hagebau).
- Profi-Schleifen/Neulackierung bei größeren Flächen — Preis in Deutschland oft mehrere hundert Euro.
Meine Warnliste — was Du vermeiden solltest
- Kein Gel-Zahnpasta oder Whitening-Produkte benutzen.
- Keine scharfen Scheuermittel, Backpulver-Pasten oder grobe Schwämme auf lackiertem Parkett.
- Bei Mietwohnung vorher mit Vermieter sprechen — manche Reparaturen sind genehmigungspflichtig.
By the way — ein Tipp, den kaum jemand kennt
In meiner Praxis hat sich gezeigt: Eine kleine Kombination aus feiner Zahnpasta + anschließender Holzpolitur wirkt besser als nur Polieren. Die Zahnpasta glättet mikroskopische Kanten, die Politur versiegelt.
Einfacher Test: Zahnpasta auf unauffälliger Stelle — wenn nach Polieren wieder Glanz da ist, kannst Du die Methode auf den Kratzer anwenden.
Und jetzt für die ernste Frage: Wenn der Kratzer tiefer als ein Haar ist, spare Dir die Experimente und hol lieber den Profi.
Kurz gesagt: Zahnpasta kann helfen — aber nur in engen Grenzen und mit Vorsicht. Ich würde es als schnellen Erste-Hilfe-Trick bezeichnen, nicht als Reparaturmethode.
Was ist dein schlimmster Parkett-Alptraum? Hast du Zahnpasta schon mal ausprobiert — mit welchem Ergebnis?









