Du hast gerade einen fiesen Oberflächenkratzer im Parkett entdeckt und denkst: „Das kostet bestimmt ein Vermögen.“ Ich habe das selbst ausprobiert — mit einer Tube Zahnpasta. Warum Du das jetzt lesen solltest: Es ist billig, schnell und oft verblüffend effektiv. Aber es gibt auch Fallen, die jeder Heimwerker kennen sollte.
Warum das Zeug manchmal hilft
Ich habe viele Varianten getestet: weiße, nicht‑gelatine Zahnpasta funktioniert am besten. Was passiert physikalisch? Die feineren Schleifpartikel polieren die oberste Lack‑ oder Ölschicht minimal an — ähnlich wie ein sehr feines Schleifpapier.
- Zahnpasta entfernt nur oberflächliche Kratzer — tiefe Rillen oder abgeplatzter Lack bleiben.
- Bei geöltem Parkett kann das Ergebnis variieren, weil Öl und Farbe das Holz anders reflektieren.
- Viele Handwerker sind skeptisch — einige waren überrascht, dass kleine Kratzer wirklich weniger sichtbar wurden.
Aber Vorsicht: Wann es nicht klappt
Ich habe gelernt, dass Zahnpasta kein Allheilmittel ist. Wenn das Holz selbst beschädigt ist oder die Schutzschicht fehlt, bringt die Paste nichts.

- Keine Lösung bei tiefen Kerben oder Rissen.
- Keine farbige oder Gel‑Zahnpasta verwenden — sie kann Flecken hinterlassen.
- Bei Parkett mit Versiegelung durch lack oder bei Mattlack kann das Ergebnis unterschiedlich sein.
Typische Fehler, die ich gesehen habe
- Zu viel Druck: Statt zu polieren, verschlimmert es matte Stellen.
- Ungetestet auf sichtbarer Fläche: Plötzlich heller Fleck.
- Nicht nachpflegen: Feine Politur wirkt nur kurz ohne Nachbehandlung.
Praktischer Life‑Hack: Schritt‑für‑Schritt Anleitung
In meiner Praxis ist das die sichere Variante — probier zuerst an einer unauffälligen Stelle, z. B. hinter einer Tür.
- Benötigt: weiße, nicht‑gel‑Zahnpasta (kein Whitening), weiches Baumwolltuch, evtl. Watte, ein Tropfen Olivenöl oder spezielles Parkett‑Pflegeöl (z. B. aus Hornbach/OBI).
- Schritt 1: Testen an unauffälliger Stelle.
- Schritt 2: Eine erbsengroße Menge Zahnpasta auf ein weiches Tuch geben.
- Schritt 3: Sanft mit kreisenden Bewegungen 10–20 Sekunden reiben — zu viel Druck vermeiden.
- Schritt 4: Mit einem feuchten Tuch Rückstände entfernen und trocken nachwischen.
- Schritt 5: Falls sichtbar verbessert, ganz leicht mit einem Tropfen Öl oder Parkett‑Politur nachbehandeln, um Glanz und Schutz wiederherzustellen.
Pro Tipp: Für kleine dunkle Kratzer funktioniert oft ein farbiger Holzreparaturstift (gibt’s bei Bauhaus/Hornbach) besser als Zahnpasta.
Alternativen aus meiner Werkzeugkiste
Wenn Zahnpasta versagt, probiere das hier:
- Walnuss: Innenkern reiben, Holzöl verklammt die Fasern leicht — guter Kurzzeit‑Trick.
- Farbige Retuschierstifte für Parkett (ca. 3–8 € im Baumarkt).
- Feines Schleifpapier + neue Versiegelung nur bei ausgedehnten Schäden — oder den Profi (ab ~50–200 €) rufen.

Warum deutsche Parkettbesitzer das verstehen sollten
In Deutschland haben viele Wohnungen Echtholz‑ oder Mehrschichtparkett. Die Luftfeuchtigkeit im Winter (heizungsbedingte Trockenheit) lässt Fugen sichtbarer werden — das beeinflusst, wie Kratzer wirken.
Und noch ein realistischer Blick: Für den schnellen Café‑Switch vor Gästen reicht es oft. Für dauerhafte Reparaturen lohnt ein Baumarkt‑Kit oder der Schreiner.
Mein Fazit
Ich war überrascht, wie oft die Zahnpasta kleine Kratzer kaschiert — aber ich habe auch genug erlebt, wo sie nichts nutzte oder sogar leichte Spuren hinterließ. Teste zuerst, nutze milde Methoden und habe realistische Erwartungen.
Hast Du das schon mal probiert — oder einen anderen Guerilla‑Trick fürs Parkett? Schreib’s in die Kommentare, ich bin neugierig auf Eure besten Reparaturstories.









