Du entdeckst einen feinen Kratzer im Parkett und denkst: Schnell Zahnpasta drauf — hilft das? Ich habe es ausprobiert, an Gästen vorbeigesehen und mit Handwerkern gesprochen.
Warum du das jetzt lesen solltest: Ein falscher Stoff kann den Lack ruinieren; mit dem richtigen Vorgehen sparst du Zeit und einen teuren Reparaturservice.
Warum Zahnpasta manchmal klappt — und warum viele es falsch machen
Ich bemerkte schnell: Zahnpasta ist kein Wundermittel, sondern ein leichtes Poliermittel. Bei oberflächlichen Schrammen auf lackiertem Parkett kann sie den Kontrast mindern und den Kratzer optisch reduzieren.
Aber Achtung: Nicht jede Parkettoberfläche ist gleich. Bei geöltem oder gewachstem Boden macht Zahnpasta mehr kaputt als gut.
Wie Zahnpasta wirkt — kurz erklärt
- Feine Schleifpartikel in weißer Zahnpasta glätten winzige Unebenheiten.
- Die Paste füllt den Kratzer nicht dauerhaft, sie kaschiert ihn vorübergehend.
- Bei Laminat oder sehr dünnem Lack kann die Schutzschicht angegriffen werden.

So mache ich es in der Praxis — Schritt für Schritt (sicher für lackiertes Parkett)
Viele übersehen den Testplatz. Ich teste immer zuerst hinter einer Schrankkante oder in einer weniger sichtbaren Ecke.
- Materialien: non-gel weiße Zahnpasta (keine Whitening-Formel), weiches Mikrofasertuch, Wattestäbchen, lauwarmes Wasser, optional Möbelstift oder farbige Holzwachs-Stifte.
- Kosten: Alles zusammen kriegst du bei DM, Rossmann oder OBI für unter 10 € — praktisch und schnell.
Schritt-für-Schritt:
- 1) Test: Trage einen kleinen Punkt Zahnpasta an einer unauffälligen Stelle auf. Nach 5 Minuten abwischen — keine Mattstelle?
- 2) Auftragen: Pea-sized Menge auf ein feuchtes Tuch. In kleinen kreisenden Bewegungen vorsichtig über den Kratzer reiben.
- 3) Präzision: Für schmale Kratzer Wattestäbchen benutzen, nicht mit Druck arbeiten.
- 4) Reinigen: Mit einem leicht feuchten Tuch Rückstände entfernen, trockenwischen.
- 5) Finish: Falls nötig, einen Tropfen Möbelöl oder farblich passendes Wachs auftragen, um den Glanz zurückzubringen.
Wenn du unsicher bist: immer zuerst testen. Das gilt besonders bei geölten Böden oder antikem Parkett in Altbauwohnungen in Berlin oder München.
Was viele Handwerker statt Zahnpasta empfehlen
In meiner Praxis sehe ich öfter diese Profi-Alternativen — sie halten länger und sind sicherer für dein Parkett:
- Möbelstifte / Touch-up-Stifte (farbig, im Baumarkt wie Hornbach, OBI).
- Holzreparatur-Kits mit Wachs-Füllern für tiefere Kratzer.
- Feines Polierpad und spezielle Parkettpolitur für mattes oder glänzendes Finish.
Wann du lieber den Profi rufen solltest
- Tiefe Kratzer, die du mit einem Fingernagel fühlst.
- Große Flächen mit vielen Kratzern oder abgetretenem Lack.
- Teures, geöltes Designer-Parkett (z. B. in neuen Wohnungen in Stuttgart oder Köln).
Dos and Don’ts — Kurz und knapp
- Do: Immer zuerst an unauffälliger Stelle testen.
- Do: Nur weiße, non-gel Zahnpasta verwenden.
- Don’t: Keine Whitening- oder schäumenden Pasten mit starken Schleifkörpern verwenden.
- Don’t: Nicht auf geölten oder gewachsten Böden anwenden — das kann die Oberfläche matt machen.

Der Nebeneffekt — kleines Staunen
Ich war überrascht, wie oft Gäste nach so einer schnellen Aktion nichts mehr vom Kratzer sehen. Es fühlt sich ein bisschen wie Erste Hilfe an: kein Ersatz für echte Reparatur, aber oft reicht es fürs Wochenende.
Kurzer Extra-Tipp für die kalte Jahreszeit in Deutschland
Bei trockener Heizungsluft (besonders im Winter) können Fugen stark aufgehen und Kratzer auffälliger wirken. Ein bisschen Möbelöl nach der Zahnpasta-Behandlung reduziert dieses „auffällige“ Aussehen.
Zum Vergleich: Zahnpasta ist wie ein kurzfristiges Make-up für deinen Boden — es kaschiert, statt zu reparieren. Für echte, dauerhafte Reparatur brauchst du den richtigen Farbton und Material.
Abschließend: Probier es aus, aber mit Vorsicht. Bei Zweifel lieber kurz in den Baumarkt gehen — ein Möbelstift kostet kaum mehr als eine Tube Zahnpasta und ist oft die bessere Wahl.
Was war dein letzter DIY-Fail auf dem Parkett — hast du Zahnpasta schon mal ausprobiert oder doch lieber den Profi gerufen? Schreib’s unten.









