Schimmel hinter Tapeten ist eine stille Seuche in deutschen Wohnungen — besonders in Altbauten mit dicken Außenwänden oder in feuchten Kellern. Du denkst vielleicht: „Ein bisschen Zeitungspapier dahinter stoppt die Feuchtigkeit“ — stimmt manchmal, aber oft ist das nur ein Pflaster auf einer klaffenden Wunde.
Ich habe das selbst ausprobiert und in meiner Praxis als Heimwerker und Redakteur die Methode gegen echte Alternativen abgewogen. Lies das jetzt, bevor du die nächste Rolle Tapete kaufst oder dem Vermieter etwas verheimlichst.
Warum viele auf Zeitungspapier setzen
Die Idee ist alt: Zeitung saugt Feuchtigkeit, wirkt isolierend und ist billig. In Küchen, Bädern oder Mietwohnungen mit wenig Budget klingt das verlockend — vor allem, wenn du schnell eine Wand kaschieren willst.
- Günstig: Zeitung kostet nichts oder nur ein paar Euro für ältere Ausgaben.
- Schnell: Du brauchst keinen Baumarktbesuch (kein unnötiger Stress nach Feierabend).
- Notlösung: Funktioniert kurzfristig, wenn du bevorstehende Besuch empfängst.
Aber Vorsicht — das kann nach hinten losgehen
Zeitung ist papierbasiert und hält Feuchtigkeit fest. Was anfänglich trocken wirkt, kann bei schlechter Belüftung zur Brutstätte für Pilze werden.
- Die Tintenteilchen und Fasern bieten Nährboden für Schimmel.
- Gedrücktes oder eingeklemmtes Papier trocknet schlechter als eine diffusionsoffene Schicht.
- In Mietwohnungen riskierst du Ärger mit dem Vermieter: Verstecken ist keine Lösung.
Metapher, die ich oft benutze
Stell dir die Zeitung wie ein Pflaster auf einer feuchten Wand vor — es verdeckt oft nur, was darunter schiefläuft. Besser ist, die Ursache zu beheben, nicht das Symptom zu verstecken.

Was in Deutschland besonders wichtig ist
Deutsches Klima, vor allem im Herbst und Winter, fördert Kondensation in schlecht isolierten Wänden. Viele trocknen Wäsche in der Wohnung oder lüften falsch — und dann fängt die Tapete an zu riechen. Im Baumarkt (Bauhaus, Obi, Hornbach) bekommst du Lösungen, die nicht teuer sein müssen.
- Hygrometer kaufen (10–20 € bei Amazon oder im Fachmarkt) — deine erste Verteidigung.
- Feuchtigkeit reduzieren: Stoßlüften 3× am Tag statt Fenster dauerhaft kippen.
- Bei sichtbarem Schimmel: Vermieter informieren. Es ist oft dessen Verantwortung.
Der bessere Weg: Sofortmaßnahmen + nachhaltige Lösung
Du willst eine schnelle, günstige Lösung, aber kein Risiko? Hier ist die Kombination, die ich in Tests für sinnvoller halte:
- Trockenlegen: Heizung an + elektrischer Luftentfeuchter (ab ~50 € im Discount).
- Desinfektion: Schimmelstellen mit Schimmelentferner oder einer milden Alkohol-Lösung behandeln.
- Atmungsaktive Unterlage: Statt Zeitung Vlies (non-woven) oder diffusionsoffene Tapetenvliese verwenden — kostet 5–20 € pro Rolle.
- Anti-Schimmel-Grundierung: Vor dem Tapezieren auftragen (bei Obi/BAUHAUS als „Schimmel-Blocker“ erhältlich).
Schritt-für-Schritt: Wenn du unbedingt Zeitungspapier als Notlösung verwenden willst
Ich würde das nur in einem akuten Notfall empfehlen und immer mit der Absicht, es später fachgerecht zu ersetzen:
- 1) Wand komplett trocknen — mit Hygrometer kontrollieren (Ziel: unter 60% Raumluftfeuchte).
- 2) Eventuellen Schimmel entfernen: Schutzbrille, Handschuhe, und Schimmelentferner verwenden.
- 3) Dünne Schicht Zeitung flach aufkleben (keine Falten), mit atmungsaktiver Tapetenkleister-Mischung — nicht mit wasserundurchlässigem Kleber.
- 4) Darüber nur diffusionsoffene Tapete oder Vlies tapezieren.
- 5) Innerhalb von 6 Monaten: Ersatz durch Vlies oder professionelle Sanierung planen.
Das ist kein Freibrief: Wenn die Wand kalt bleibt (Wärmebrücken) oder du weiter in die Wohnung Wäsche hängen willst, wird das Papier früher oder später Probleme bringen.

Praktischer Lifehack, den ich persönlich getestet habe
Wenn du eine temporäre Abdeckung brauchst (z. B. beim Auszug oder schnellen Schönmachen), kombiniere folgende drei Dinge — das hat bei mir tatsächlich funktioniert:
- Hygrometer aufstellen (unten rechts im Zimmer).
- Strombetriebener Luftentfeuchter für 24–48 Stunden laufen lassen.
- Vlies statt Zeitung: eine schmale Vliesbahn hinter die Tapete legen — diffusionsoffen und preiswert aus dem Baumarkt.
Das wirkt wie ein „Atemschutz“ für die Wand: die Feuchte wird kontrolliert, ohne Nährboden anzubieten.
Wann du Profis rufen solltest
- Wenn der Schimmel großflächig ist (> 0,5 m²) — das ist oft Sanierer-Sache.
- Bei anhaltender Durchfeuchtung: Mögliche Ursachen sind undichte Außenmauer, kaputte Abwasserleitungen oder eine schlechte Dämmung.
- Wenn du Mieter bist: Dokumentieren, Vermieter informieren, Fristen setzen.
By the way: Viele Versicherungen zahlen nicht einfach so — Belege und Fotos sind Gold wert.
Letzte Gedanken
Ja, Zeitungspapier hinter der Tapete kann kurzfristig helfen — aber oft ist es nur ein kosmetischer Trick. Langfristig sicherer: trocken legen, richtig lüften und diffusionsoffene Materialien nutzen.
Hast du schon mal Zeitung hinter Tapeten gelegt — oder eine bessere DIY-Lösung gefunden? Schreib’s in die Kommentare: Welche Räume betreffen dich (Küche, Bad, Schlafzimmer)?









