Schwarz-grüne Flecken an der Wand, muffiger Geruch in der Ecke, und du denkst: „Ach, ich lege einfach Zeitung rein.“ Ich habe das oft gesehen — und in meiner Praxis als Heimwerker hat sich gezeigt: Zeitung hilft kurzfristig, aber lange nicht gegen Schimmel. Lies das jetzt, denn der nächste Regen oder Heizhochlauf genügt und aus der Notlösung wird ein richtig teures Problem.
Warum Zeitungspapier beliebt — und wo es versagt
Viele nutzen Zeitung, weil es absorbiert, billig ist und man es sowieso zuhause hat. Ich habe das oft ausprobiert: Es saugt Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm, trocknet schnell — und wird dann selbst zum Nährboden.
- Kurzfristig sinnvoll: Zeitung nimmt stehendes Wasser auf (z. B. bei einem kleinen Rohrleck) und kaschiert Geruch.
- Langfristig problematisch: Druckfarbe, Fäulnis und Schimmelwachstum auf dem Papier.
- Risiko: Die Wand bleibt feucht, die Quelle wird nicht behoben — Schimmel breitet sich unsichtbar dahinter aus.
Schnelle Sofortmaßnahmen (wenn du gerade Zeitung hast)
Wenn du gerade nichts Besseres zur Hand hast, kann Zeitung kurzfristig helfen — aber nur richtig angewendet. Ich habe auf Baustellen Lehrgeld bezahlt und gelernt, wie man das wenigstens sauber macht.

- Zieh Handschuhe an und leg eine Plastikfolie unter das Papier.
- Quetsche die Zeitung trocken zusammen und tausche sie mindestens alle 12 Stunden.
- Stell einen Ventilator in den Raum, um die Luftzirkulation zu erhöhen.
- Notiere die Stelle und beobachte sie über 48 Stunden — sie darf nicht dunkler werden oder nach Pilz riechen.
Was Handwerker stattdessen tun — echte Profi-Lösungen
Handwerker behandeln die Ursache. Das ist nicht glamourös, aber effektiv. Stell dir vor: Zeitung ist ein Lappen, die Profi-Ausrüstung ist ein Staubsauger für Feuchtigkeit.
- Feuchtigkeitsmesser (Hygrometer) kaufen: kostet 10–30 € bei Bauhaus, OBI oder Amazon. Ich messe vor und nach dem Einsatz — Zahlen lügen nicht.
- Entfeuchter: Chemische Beutel (Calciumchlorid) 3–10 € aus DM/Hornbach; elektrische Geräte 100–300 € für kleine Räume.
- Stoßlüften + richtig heizen: Polarwinter in Deutschland macht Luftfeuchte heimtückisch. Richtiges Lüftungsverhalten spart Heizkosten und Schimmel.
- Thermische Sanierung bei Kältebrücken: kostet mehr, aber beseitigt das Problem dauerhaft.
- Schimmel entfernen: Bei kleinen Flächen kannst du selbst mit Schutzmaske und Schimmelreiniger arbeiten; bei >0,5 m² oder gesundheitlichen Symptomen Profi beauftragen.
Konkreter 5-Minuten-Hack aus dem Baustellenalltag
Dies ist mein schneller Check, bevor ich größere Maßnahmen plane. Funktioniert in jeder Mietwohnung in Deutschland.
- Material: Klarsichtfolie, Klebeband, Hygrometer, kleiner Ventilator, ein Paket Entfeuchter (Calciumchlorid).
- 1) Klebe ein 50×50 cm Stück Folie luftdicht an die verdächtige Wand. Warte 24–48 Stunden.
- 2) Wenn sich viel Kondenswasser unter der Folie sammelt, ist es Feuchte von innen/aus der Luft — mehr Lüften und Entfeuchten hilft.
- 3) Wenn die Wand weiter feucht bleibt, könnte kapillar aufsteigende Feuchte oder ein Leck vorliegen — Vermieter informieren bzw. Handwerker holen.
- 4) Stelle die Entfeuchterbeutel in die Ecke und einen Ventilator auf niedrige Stufe. Kontrolliere das Hygrometer täglich.
Wenn der Schimmel schon da ist
Ich habe Fälle gesehen, wo Ignorieren zur Gesundheitsfrage wurde — Husten, Allergien, Atemwegsreizungen. Handle klar und schnell.

- Bei kleinen Stellen (<0,5 m²): Schütze dich (FFP2-Maske, Handschuhe), reinige mit speziellem Schimmelreiniger oder 70% Alkohol, lasse komplett trocknen, Grundierung mit Anti-Schimmel-Farbe.
- Bei größeren Flächen oder wiederkehrendem Schimmel: Professionelle Schimmelbeseitigung und Ursache prüfen lassen.
- Als Mieter: Dokumentiere Fotos, melde sofort schriftlich dem Vermieter — Schimmel ist in Deutschland oft Vermietersache, besonders bei Bauschäden.
Was du in Deutschland einkaufen solltest (und wo)
- Hygrometer — Bauhaus, Hornbach, OBI, ca. 10–30 €.
- Entfeuchterbeutel (Calciumchlorid) — DM, Rossmann, Baumarkt, 3–10 € pro Pack.
- Elektrischer Luftentfeuchter — MediaMarkt oder Amazon, 100–300 € für kleine Räume.
- Schimmelreiniger & Anti-Schimmel-Farbe — Baumärkte, ab ~8 € für Reiniger.
- Bei Umbau: Dämmung, Fachbetrieb konsultieren — Kostenspanne sehr groß, Angebote einholen.
By the way — eine Sache, die viele übersehen
Feuchtigkeit kommt nicht nur von außen. Kochen, Duschen, trocknen von Wäsche in der Wohnung — all das erhöht die Luftfeuchte massiv. Ein gutes Lüftungsverhalten plus ein günstiger Hygrometer verhindert oft, dass Zeitung und Co. überhaupt nötig werden.
Ich habe Wohnungen gesehen, in denen einfache Änderungen (Belüftung, kleiner Entfeuchter) Schimmel komplett verhindert haben — ohne große Investitionen.
Zum Schluss: Zeitungen sind okay als temporäre Erste-Hilfe, aber keine Lösung. Wenn du den Grund nicht behebst, zahlst du später mit Gesundheit und Geld.
Hast du Zeitungstricks ausprobiert — und hat es geholfen oder war es nur Augenwischerei? Schreib deine Erfahrung unten.









