Du wirfst jede Woche Küchenrolle weg und fragst Dich, ob das wirklich sein muss? In Zeiten steigender Preise und trockener Sommer in Deutschland habe ich ausprobiert, ob alte Zeitungen im Beet mehr bringen als nur Kartonmüll.
Warum das wichtig ist: Es spart Geld, reduziert Müll und kann Deine Pflanzen sogar besser schützen — wenn Du ein paar Dinge beachtest. Lies das jetzt, bevor die nächste Pflanzsaison losgeht.
Warum das klassische Küchenrollen-Trick oft versagt
Viele schichten Küchenrolle als Einweg-Lösung für Sämlinge oder Feuchtigkeit – bis Wind, Regen oder Wühlmäuse das Ritual zerstören. Küchenrolle reißt, wird schnell matschig und landet im Restmüll.
Ich bemerkte bei meinen Balkonkübeln: Zeitungspapier hält länger, ist robuster und verrottet kontrollierter. Aber es gibt eine Nuance: nicht alle Papiere sind gleich gut.
Was Du über Druckertinte und Beschichtungen wissen musst
Alte Tageszeitungen nutzen heute meist Pflanzenöl-basierte Druckfarben; das ist für Beete unproblematisch. Werbeprospekte und glossy Magazine hingegen haben oft Beschichtungen.
- Verwende Zeitungspapier, keine glänzenden Prospekte.
- Entferne Klebestreifen, Heftklammern und starke Klebereste.
- Wenn Du Bio-Gemüse anbaust und es sehr beruhigen willst: eine zusätzliche dünne Kompostschicht über der Zeitung.

7 praktische Anwendungen im Garten
In meiner Praxis haben sich diese Anwendungen bewährt — einfache, günstige Tricks, die in deutschen Gärten gut funktionieren.
- Unkrautunterdrückung: 2–4 Schichten Zeitung, nass machen, mit Rindenmulch bedecken. Licht weg = Unkraut weniger Chance.
- Saatpöttchen selber machen: Zeitung zu Röllchen formen, mit Erde füllen – beim Einpflanzen ab in die Erde, Papier verrottet.
- Feuchtigkeits-Speicher: dünne Zeitungsschicht unter Pflanzen hält Wasser länger — praktisch bei heißer Sonne auf dem Balkon.
- Frostschutz für junge Pflanzen: mehrere Lagen als leichter „Schlafsack“ vor leichterem Nachtfrost (bei strengem Frost lieber Vlies).
- Schneckensperre (eingeschränkt): um enge Pflanzstellen legen — nicht narrensicher, aber reduziert Überquerer.
- Werkzeug reinigen und polieren: Zeitung statt Küchenrolle bei Öl oder Erde anhalten — günstiger und wiederverwertbar.
- Kompost-Zugabe: Zeitung zerschreddern als Kohlenstoffquelle (braune Komponente), gut durchmischen.
Ein Bild: Wie es funktioniert
Stell es Dir vor wie einen atmenden Regenschirm unter der Erde: Zeitung blockiert Licht, lässt Wasser und Mikroben durch und verschwindet langsam — anders als Küchenrolle, die schnell matschig wird wie ein ausgelutschtes Taschentuch.
Konkreter Life-Hack: Weed-Stopper in 5 Schritten
Das ist mein Lieblings-Trick für Beet- und Kübel-Unkraut, getestet auf Südbalkon und Hochbeet:
- Schritt 1: Unkraut grob entfernen (große Wurzeln raus).
- Schritt 2: Boden leicht angießen — feucht ist besser als staubtrocken.
- Schritt 3: Lege 2–4 Lagen Zeitung (keine Werbe-Flyer) über die Fläche, lege Kanten überlappend.
- Schritt 4: Benetzte die Zeitung gründlich, damit sie am Boden haftet und nicht wegweht.
- Schritt 5: Bedecke alles mit 5–8 cm Rindenmulch oder Kompost — fertig.
Bei stark windigen Standorten (Norddeutschland im Frühjahr kennt das) beschwere die Ränder mit Steinen oder Ästen, sonst fliegt Dir die Schicht weg.
Fehler, die ich gemacht habe — und wie Du sie vermeidest
Ich habe Zeitung einmal direkt auf Salat gelegt — das sah grün aus, aber bei Regen blieben Stellen feucht. Seitdem mache ich immer eine dünne Kompostschicht oben drauf.

- Vermeide glänzende Werbebeilagen.
- Zu dicke Lagen? Dann verlangsamt sich die Zersetzung und Luftzirkulation leidet.
- Bei starkem Frost: Zeitung + Vlies kombinieren, nicht nur Zeitung.
Umwelt und Geldbeutel — kurz gerechnet
Du entlastest nicht nur den Müllsack: in vielen Städten Deutschlands sind lokale Altpapier-Sammlungen kostenlos oder Du findest alte Zeitungen beim Nachbarn oder im Kiosk.
Ich bemerkte, dass ich dadurch weniger Küchenrolle kaufte und seltener Gießwasser verschwendete — besonders in trockenen Sommern wie 2018 oder 2022 ein echter Vorteil.
Und jetzt noch ein Tipp, den kaum jemand nutzt
Benutze Zeitung als Zwischenlage in Pflanzsäcken: Schichte Zeitung und Erde abwechselnd. Das reduziert Verdichtung und erleichtert späteres Umpflanzen.
Probiere es bei Deinem nächsten Pflanztag — fang mit einem Kübel an und sieh selbst, ob das Ergebnis Dir gefällt. In meiner Erfahrung lohnt es sich.
Was ist Deine beste Spar- oder Gartentruhe-Erfindung? Schreib’s in die Kommentare — ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen.









