Die Pflanzen auf dem Fensterbrett schlucken jeden Abend Wasser, und du fragst dich, warum die Erde trotzdem in zwei Tagen wieder staubtrocken ist? Das Problem ist nicht nur Faulheit beim Gießen, sondern unnötige Verdunstung und falsche Gießtechnik.
Ich habe das mit alten Zeitungen ausprobiert — und tatsächlich bis zu 60% weniger Wasser beim Gießen gemessen. Lies weiter, wenn du dieses Jahr weniger gießen, Zeit sparen und deine Pflanzen entspannter durch die heißen Monate bringen willst.
Warum Zeitung unter dem Topf funktioniert
Kurzversion: Zeitung reduziert Verdunstung, hält Feuchtigkeit an den Wurzeln und sorgt dafür, dass Wasser besser genutzt wird.
Physik in einem Satz: Die dünnen Fasern der Zeitung wirken wie ein Docht — sie leiten das Wasser kontrolliert vom Untersetzer in die Erde. Stell dir einen Kaffefilter vor, der nicht Kaffee, sondern Feuchte verteilt.

Was ich beobachtet habe
- Topf auf normalem Untersetzer: Erde trocknet schnell an, häufigeres Gießen nötig.
- Topf mit Zeitung im Untersetzer: Wasser wird gleichmäßiger aufgenommen, Gießintervalle verlängern sich.
- Bei großen Töpfen reicht ein einzelnes nasses Blatt nicht — Schichten sind besser.
Brauchst du das wirklich? Spoiler: Ja, wenn…
- du in einer Wohnung in Berlin, München oder Hamburg mit Südfenstern sitzt und die Sommer heiß sind
- du Pflanzen hast, die empfindlich auf ständige Über- oder Unterwässerung reagieren
- du selten zu Hause bist und trotzdem keine verwelkten Gäste empfangen willst
Konkreter Hack: Schritt-für-Schritt (so habe ich es gemacht)
Du brauchst: alte Zeitung (keine glänzenden Werbeprospekte), Untersetzer, Schere oder Falthand.
- 1. Zeitung in zwei bis drei Lagen so falten, dass sie den Untersetzer komplett bedeckt.
- 2. Blatt leicht knüllen — dadurch entsteht Kapillarräume, die das Wasser besser verteilen.
- 3. Zeitung in den Untersetzer legen, Topf draufstellen. Achte auf kleine Erhöhungen (z. B. Flaschenkorken), damit der Topf nicht direkt im Wasser steht.
- 4. Gießen: Erst sparsam direkt auf die Erde, dann Wasser in den Untersetzer geben. Die Zeitung zieht das Wasser langsam nach oben.
- 5. Zeitung alle 2–4 Wochen prüfen und bei Schimmel oder Zerfall ersetzen.
Worauf du achten musst (Fehler, die ich gemacht habe)
- Keine glänzenden Magazine verwenden — Tinte kann sich lösen.
- Nicht zulange komplett durchnässt lassen — stehendes Wasser ohne Luft führt zu Wurzelfäule.
- Bei empfindlichen Pflanzen (Sukkulenten) ist das System meist übertrieben — sie mögen trockene Phasen.
Extras: Wie du das System clever einsetzt
Ich kombiniere die Zeitungstrick mit einfachem Mulch: eine dünne Schicht Kies obenauf reduziert nochmal Verdunstung. In Mietwohnungen in Deutschland ist das ideal: billig, platzsparend und komplett reversibel.
- Geld sparen: Keine teuren Bewässerungssysteme nötig — nur Altpapier.
- Regionaler Tipp: Alte lokale Zeitungen aus Kiosken oder Gratisblätter von REWE/Lidl sind perfekt.
- Für Balkonkästen: Zeitung unter die Drainageschicht legen, daran ordentlich anpassen.

But there’s a nuance — wann es nicht hilft
Wenn der Topf zu dicht auf dem Untersetzer sitzt und Luftzufuhr fehlt, kann sich Schimmel bilden. Ebenso sind Pflanzen mit sehr flachem Wurzelnetz (manche Kräuter) kritisch — hier lieber gezielt gießen.
Meine persönliche Bilanz
Ich war überrascht, wie simpel die Lösung ist. In meiner Wohnung sank der Gießaufwand sichtbar — weniger Wasserkästen, weniger Panik bei Wochenendtrips. Einfach, fast kostenlos und für die meisten Zimmerpflanzen sehr praktikabel.
Probier es aus: Falte Zeitung in den Untersetzer, gieß wie beschrieben und notier dir nach zwei Wochen, ob du seltener gießen musstest. In Deutschland lohnt sich das besonders während trockener Sommer und wenn du Wasser sparen willst — sowohl aus Umweltsicht als auch aus Gewohnheit.
Und jetzt du: Hast du alte Zeitungsseiten schon mal fürs Gießen verwendet — oder probierst du es nach diesem Text aus? Schreib kurz, welche Pflanze bei dir am meisten profitiert hat.









